„Ich weiss, was ich erreichen will!“

Wie sich ein Mädchen für ihre Bildung einsetzt, um ihre Zukunft zu retten.

zum Welt-Mädchentag 2020: Bildung, statt Kinderheirat

Sravaan, 14-jährig, genoss ihr Leben mit Freundinnen, Grosseltern, der Schule und auch mit allen Hochs- und Tiefs, war ihr Teenager-Leben ganz in Ordnung. Zuhause wurde viel gelacht, auch wenn die Armut der Familie einiges abverlangte. Als ihr Vater, ein Wanderarbeiter, im März wegen dem Corona-Lockdown ohne Job und Einkommen nach Hause kam, wurde die Lage ernst. Seine Schulden drückten nun noch mehr und in der grossen Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, plante er, seine Tochter zu verkaufen. Mit einem Mitte 30-iger Mann, der eine zweite, junge Ehefrau suchte, beschloss er den Deal; die Hochzeit sollte Mitte Juli sein.

Ängstlich, aber entschlossen kämpfte Sravaan tapfer gegen die Pläne ihres Vaters. Sie involvierte die Gesundheitsarbeiterin unserer Schule, welche umgehend die Polizei involvierte. Die Hochzeit konnte verhindert werden, Sravaan kam vorübergehend an einen sicheren Ort, bevor sie zurück zur Familie und wieder in die Schule konnte. Keine Sorge, wir kümmern uns noch immer um sie und stellen sicher, dass ihre Familie die benötigten Lebensmittel und moralische Unterstützung erhält. In Sravaans Zuhause wird wieder gelacht und gehofft.

Sravaan arbeitet weiter an ihrer Zukunft: den Abschluss der Highschool, den Besuch des College und die Hoffnung, dass ihre Kinder statt in systemischer Armut einmal in Würde und Freiheit leben können. 

Bildung fördern. Würde stärken.

Wir verwenden zum Schutz der Persönlichkeit Symbolbilder und ändern Namen.

Arzt-Konsultation soll möglich sein!

In Indien gibt es 0.78 Ärzte pro 1000 Einwohner, während wir in der Schweiz 4.3 Ärzte pro 1000 Einwohner haben.

Gerade jetzt in der Corona Pandemie zeigt sich, wie überlastet das Gesundheitswesen ist. Lange Warteschlangen vor Spitälern, abgewiesene Patienten, nicht genügend Spitalbetten oder Beatmungsgeräte, etc. Und auf dem Land ist die Lage noch prekärer.

Wir wollen das ändern! „Jugaad“ ist ein Hindi-Ausdruck, der die flexible Problems-Lösung-Strategie beschreibt, um mit limitierten Mitteln auf innovative Weise zu reagieren: wir eröffnen eine „E-Klinik“. Und dann noch eine, und noch eine. Unsere Gesundheitsarbeiterinnen richten ein leeres Schulzimmer als Sprechzimmer ein, nutzen den Laptop oder ein Smartphone, verbinden sich mit unseren Ärzten am Hauptsitz und können so bis zu 6’000 Personen pro Jahr eine Arzt-Konsultation ermöglichen! Die ausgefeiltere Version dieser E-Klinik ist bereits in Planung mit Software-Lösungen und adäquater IT-Infrastruktur. Aber bis dahin, legen wir schon mal los!

Bereits 6 E-Kliniken sind seit anfangs August gestartet, die nächsten 4 kommen bis Ende September und bis Januar sollen es 20 sein! Das gibt dann 120’000 Patienten mehr pro Jahr.

Helfen Sie uns dabei? Ein Tag „E-Klinik“ kostet Fr 50.–

Spenden Sie einen Tag „E-Klinik“

Von allen vergessen?

Bhadrika ist bereits 80 Jahre alt und seit ihr Mann vor 10 Jahren verstorben ist, lebt sie alleine in ihrem kleinen Haus in Bihar, im Norden Indiens. Kinder hat sie keine und so hat sie auch niemanden, der sich um sie kümmert. Wenigsten erhält sie 500 Rupien (ca 6 Franken) Pensions-Geld vom Staat – im Normalfall. Aber seit dem Corona-Lockdown Ende März ist nichts mehr normal. So hat sie leider auch kein Geld mehr erhalten. Und ohne Geld konnte sie sich kein Essen kaufen. Um zu überleben blieb ihr nichts anderes übrig, als um Essen zu betteln, sei es auch noch so erniedrigend. Der Hunger war stärker. Aber ihr Lebensmut ging vor die Hunde und sie wünschte sich nichts anderes als einen raschen Tod.

Dann erhielt sie überraschenderweise Besuch! Unser Team der Good Shepherd Schule hat sich mit Essenspaketen aufgemacht, um die Ärmsten in der Umgebung der Schule auszumachen und zu helfen. Was für eine Wende im Alltag der Witwe! Sie muss sich keine Sorgen mehr machen, woher sie ihr Essen bekommt. Zudem weiss sie: «ich bin nicht vergessen», ja sie fühlt sich wertgeschätzt. Denn das Team besucht sie regelmässig und so bekommt sie nicht nur Nahrung für ihren Körper, sondern auch «Seelen-Futter». Erleben wir das nicht auch so? Ein gutes Gespräch mit netten Menschen gibt uns das Gefühl der Zugehörigkeit, der Würde!

Corona Virus auch in Indien

Erste Sets von Masken, Seifen, Desinfektionsmittel etc. sind eingekauft, die Kliniken trotz Lockdown in Betrieb, das Team arbeitet auf Hochtouren. Unsere GesundheitsarbeiterInnen werden geschult, um in den Dörfern die Vorsichts-Massnahmen den Familien zu erklären.
Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung!

Fr. 60 für 5 Sets Schutzausrüstung für unser Personal, Fr. 130 um eine(n) GesundheitsarbeiterIn einen Monat im Einsatz zu haben. Jede Spende, ob gross oder klein, zählt! Helfen Sie mit, und retten Sie Leben.

Opfer werden zu Fürsprechern

Aastha* ist 14 Jahre alt und erzählt ihren drei Schulfreundinnen vom Plan ihres Vaters: «Er will mich aus der Schule nehmen und mich verheiraten.»

Ihre Freundinnen sind Töchter von „Joginis“ (Tempelprostituierten), die in unserem Mädchen-Schutzhaus wohnen und eine unserer Good Shepherd Schule besuchen. Ihre Mütter wurden als Kind einer Göttin geweiht und als Teenager in die rituelle Prostitution gezwungen. Eine zwar verbotene, aber immer noch praktizierte Tradition, ein toxisches Gemisch aus Aberglaube, kulturellem Druck und Armut das meist über Generationen hinweg weitergegeben wird. Unser Team vor Ort holt diese Mädchen aus ihrer misslichen Lage heraus und ermöglicht ihnen ein Leben mit Perspektive, Würde und Freiheit.

Die Reaktion der Freundinnen kommt postwendend: „Kinderheirat ist verboten! Geh mit Deiner Mutter zum Good Shepherd Team und lass Dich beraten.“ Die erste Generation, die aus dem System ausbrechen kann, ist bereits zu Fürsprechern geworden, junge Frauen mit Mut! Unser Team erarbeitet eine Lösung mit der Familie, damit Aastha in der Schule bleiben kann.

* Name geändert

Bildung brachte die Wende

Saroja war 3-jährig, als ihr Vater die Familie verliess. Als Analphabetin war es ihrer Mutter nur möglich, einfachste, schlecht bezahlte Jobs auszuüben. Ihr mageres Einkommen reichte knapp um sie über Wasser zu halten. Sie lebten mit der Grossmutter in der Ceylon-Gegend in Sivakasi. Tagsüber trieb sich Saroja durch die Gegend, wie es ihr passte – der Grossmutter gehorchte sie nicht. Das machte der Mutter zwar grosse Sorgen, aber die Arbeit lies es nicht zu, etwas dagegen zu tun.

Sarojas Mutter machte ihr Schicksal dafür verantwortlich, dass sie nie zur Schule konnte und somit keine gut bezahlten Jobs erhielt. Und doch hoffte sie auf eine bessere Zukunft für ihre Tochter. Sie hoffte, Saroja könnte einmal zur Schule gehen und eine gute Schülerin sein!

„Ich kann meine Freude nicht in Worte fassen!“ Saroja.

Der Tag kam, als Saroja sich für die Good Shepherd Schule anmelden konnte. „Ich lernte so viel während meiner Schulzeit!“ erinnert sich Saroja, jetzt mitte Zwanzig. Ihr Traum war, Lehrerin zu werden – genauso wie ihre Lehrerinnen an der Good Shepherd Schule.

Sie durchlief genau diesen Ausbildungsweg und wusste, dass sie den Ärmsten und den Verletzlichen in ihrer Heimat etwas zurückgeben wollte. „Ich konnte mir nichts Besseres vorstellen, als dies an der Good Shepherd Schule zu machen!“ Jetzt ist sie genau an ihrer eigenen Grundschule Lehrerin, da wo sich ihr Leben zum Guten gewendet hat, und investiert sich in Andere. „Ich kann meine Freude nicht in Worte fassen!“ sagt Saroja, „Nun ist nicht nur meine Familie glücklich und endlich finanziell unabhängig,  auch habe ich jeden Tag das Privileg, diese Kinder mit ähnlichem Leid und Hintergrund zu unterrichten.

Dank Ihrer Unterstützung können Kinder wie Saroja zur Schule. Danke!

Flohmarkt „Kinder für Kinder“ unterstützt die Dalit Schulen

Die Primarschule und der Elternrat Hofstetten organisierten einen Flohmarkt und spenden den Erlös für den Bau von Schulhäusern in Indien.

Ein grosses Dankeschön und Kompliment an die Kinder der Schule Hofstetten!

Kuchenbüffet am Flohmarkt
Kuchenbuffet am Flohmarkt

Spielsachen zum Verkauf - der Erlös für die Dalits
Spielsachen zum Verkauf – der Erlös für die Dalits

Flohmarkt_Hofstetten_1

Indisches Essen am Flohmarkt in Hofstetten
Indisches Essen am Flohmarkt in Hofstetten