Von Alpträumen zum friedlichen Schlaf

Kalas Geschichte

Die sechsjährige Kala* wachte fast jede Nacht schreiend auf. Alpträume plagten sie immer wieder. Unfähig zu schlafen, zitternd vor Angst, fürchtete sich Kala jeden Abend schlafen zu gehen.

Aber das war noch bevor sie im Pratigya (Mädchenschutzhaus) wohnte.

Kala wurde als Dalit (Unberührbare) geboren. Ihre Eltern arbeiteten als Latrinenreiniger, sie beseitigten menschliche Exkremente von Hand. Eine demütigende und unmenschliche Aufgabe, bei welcher nicht mehr als 7 Rupien (10 Rappen) pro Tag erarbeitet werden können. Als gesellschaftlich Ausgegrenzte, waren ihre Eltern verzweifelt. Sie wollten unbedingt die Gunst ihrer Götter verdienen, in der Hoffnung, dass sich ihre Lebenssituation verbessern würde. Kala war ein hübsches Baby. Als die Dorfbewohner den Vorschlag machten Sie als Jogini den Göttern zu weihen, stimmten ihre Eltern zu.

Joginis werden einer Göttin geweiht wenn sie noch sehr jung sind. Das ist zwar illegal, aber dennoch ein weitverbreitetes Ritual in Teilen von Indien. Es handelt sich hier um ritualisierte Prostitution. Sobald eine Jogini ihre Pubertät erreicht, wird sie für jeden Mann in ihrem Dorf sexuell verfügbar. Ein Leben als Jogini ist fast unvorstellbar. Sexuell übertragbare Krankheiten sind weitverbreitet. Joginis können sich auch keine Fähigkeiten aneignen, mit denen sie ein Leben mit Würde führen könnten. Heute wird geschätzt, dass diese Form der Ausbeutung mindestens 250‘000 Frauen in Indien betrifft!

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Kala schien für dieses Elend bestimmt zu sein: Ausgeschlossen… Ungebildet… Ausgestossen… Ausgebeutet… Glücklicherweise kam es nicht soweit. Eine von unserer Anti-Menschenhandel Sozialarbeiterinnen erfuhr von Kalas bevorstehenden Weihe und intervenierte sofort. Gemeinsam mit mehreren Aktivisten im Dorf (darunter auch einige ehemalige Joginis) plädierte sie mit Kalas Eltern die Weihe zu stoppen. Sie einigten sich mit ihren Eltern darauf Kala an einen sicheren Ort zu schicken.

Heute lebt Kala im Pratigya (Mädchenschutzhaus). Unter der liebevollen Fürsorge der Hausmutter und ihrer DFN Schullehrer, ist Kala vom einen erschrockenen Kind zu einer selbstbewussten und engagierten jungen Frau erblüht. Sie hat Träume, aber keine Alpträume mehr. Heute träumt sie davon Lehrerin zu werden, zu heiraten und eine eigene Familie zu starten.  

Wir freuen uns, dass Kala vom grauenvollen Leben einer Jogini bewahrt wurde. Aber es gibt noch so viele die in dieser Ausbeutung gefangen sind. Lassen Sie uns Massnahmen ergreifen, um weitere Weihen zu verhindern.

Spenden Sie hier für unser Pratigya Mädchenschutzhaus 

Ob Gross oder Klein, mit Ihrer Spende helfen Sie Mädchen wie Kala.

Gemeinsam stoppen wir den Dalit-Menschenhandel!

  * Kalas Identität wurde zu ihrem Schutz geändert. Die Fotos sind von einer Nachstellung einer Jogini-Weihzeremonie.

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